Erkunden
431 Zitate gesamt
Das Leben der Vornehmen ist ein langer Sonntag: sie wohnen in schönen Häusern, sie tragen zierliche Kleider, sie haben feiste Gesichter und reden eine eigne Sprache; das Volk aber liegt vor ihnen wie Dünger auf dem Acker.
In Ordnung leben heißt hungern und geschunden werden.
Ich scheide nun ab. Legt mir eine Birne mit ins Grab.
Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, Ein Birnbaum in seinem Garten stand.
Mithin müßten wir wieder von dem Baum der Erkenntnis essen, um in den Stand der Unschuld zurückzufallen? — Allerdings; das ist das letzte Kapitel von der Geschichte der Welt.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt.
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ich sei, gewährt mir die Bitte, In eurem Bunde der dritte.
Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn.
Den Dank, Dame, begehr ich nicht.
Es ist so still; die Heide liegt Im warmen Mittagssonnenstrahle.
Kein Klang der aufgeregten Zeit Drang noch in diese Einsamkeit.
Die Mauern stehn Sprachlos und kalt, im Winde Klirren die Fahnen.
Weh mir, wo nehm ich, wenn Es Winter ist, die Blumen, und wo Den Sonnenschein, Und Schatten der Erde?
Im düstern Auge keine Träne, Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne.
Deutschland, wir weben dein Leichentuch, Wir weben hinein den dreifachen Fluch — Wir weben, wir weben!
Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, Werd ich nun nicht los.
Ach, ich bin des Treibens müde! Was soll all der Schmerz und Lust? Süßer Friede, Komm, ach komm in meine Brust!
Erreicht den Hof mit Müh und Not; In seinen Armen das Kind war tot.
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind.
Wohl ist es Herbst; doch warte nur, Doch warte nur ein Weilchen! Der Frühling kommt, der Himmel lacht, Es steht die Welt in Veilchen.
Und geht es draußen noch so toll, Unchristlich oder christlich, Ist doch die Welt, die schöne Welt So gänzlich unverwüstlich!
Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai Kein Vogel ohn' Unterlaß; Die Wandergans mit hartem Schrei Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei, Am Strande weht das Gras.
Am grauen Strand, am grauen Meer Und seitab liegt die Stadt; Der Nebel drückt die Dächer schwer, Und durch die Stille braust das Meer Eintönig um die Stadt.
Voran, voran, nur immer im Lauf, Voran, als woll es ihn holen; Vor seinem Fuße brodelt es auf, Es pfeift ihm unter den Sohlen
Fest hält die Fibel das zitternde Kind Und rennt, als ob man es jage; Hohl über die Fläche sauset der Wind – Was raschelt drüben am Hage?
Da steht im Wald geschrieben, Ein stilles, ernstes Wort Von rechtem Tun und Lieben, Und was des Menschen Hort.
Und ich mag mich nicht bewahren! Weit von euch treibt mich der Wind, Auf dem Strome will ich fahren, Von dem Glanze selig blind!
Wo die Mädchen am Fenster lauschen, Wann der Lauten Klang erwacht, Und die Brunnen verschlafen rauschen In der prächtigen Sommernacht.
Du kennst mich wohl – von hohem Stein, Schaut still mein Schloß tief in den Rhein. Es ist schon spät, es wird schon kalt, Kommst nimmermehr aus diesem Wald!
So reich geschmückt ist Roß und Weib, So wunderschön der junge Leib, Jetzt kenn ich dich – Gott steh mir bei! Du bist die Hexe Loreley.
Freundschaft ist gewiss der feinste Balsam für die Schmerzen enttäuschter Liebe.
Kein Reiz kommt der Zärtlichkeit des Herzens gleich.
Wer, ob Herr oder Dame, an einem guten Roman keine Freude hat, muss unerträglich dumm sein.
Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein alleinstehender Mann im Besitz eines schönen Vermögens nichts dringender braucht als eine Frau.
Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden.
Das Gute — dieser Satz steht fest — ist stets das Böse, was man läßt.
Es ist ein Brauch von alters her: Wer Sorgen hat, hat auch Likör.
Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr.
Puppen sind wir, von unbekannten Gewalten am Draht gezogen; nichts, nichts wir selbst, — die Schwerter, mit denen Geister kämpfen!