Das Leben der Vornehmen ist ein langer Sonntag: sie wohnen in schönen Häusern, sie tragen zierliche Kleider, sie haben feiste Gesichter und reden eine eigne Sprache; das Volk aber liegt vor ihnen wie Dünger auf dem Acker.

Georg Büchner 1834 ·Der Hessische Landbote

In Ordnung leben heißt hungern und geschunden werden.

Georg Büchner 1834 ·Der Hessische Landbote

Ich scheide nun ab. Legt mir eine Birne mit ins Grab.

Theodor Fontane 1889 ·Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, Ein Birnbaum in seinem Garten stand.

Theodor Fontane 1889 ·Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Mithin müßten wir wieder von dem Baum der Erkenntnis essen, um in den Stand der Unschuld zurückzufallen? — Allerdings; das ist das letzte Kapitel von der Geschichte der Welt.

Heinrich von Kleist 1810 ·Über das Marionettentheater

Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt.

Rainer Maria Rilke 1907 ·Der Panther

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, daß er nichts mehr hält.

Rainer Maria Rilke 1907 ·Der Panther

Ich sei, gewährt mir die Bitte, In eurem Bunde der dritte.

Friedrich Schiller 1799 ·Die Bürgschaft

Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn.

Friedrich Schiller 1799 ·Die Bürgschaft

Den Dank, Dame, begehr ich nicht.

Friedrich Schiller 1797 ·Der Handschuh

Es ist so still; die Heide liegt Im warmen Mittagssonnenstrahle.

Theodor Storm 1888 ·Abseits

Kein Klang der aufgeregten Zeit Drang noch in diese Einsamkeit.

Theodor Storm 1888 ·Abseits

Die Mauern stehn Sprachlos und kalt, im Winde Klirren die Fahnen.

Friedrich Hölderlin 1805 ·Hälfte des Lebens

Weh mir, wo nehm ich, wenn Es Winter ist, die Blumen, und wo Den Sonnenschein, Und Schatten der Erde?

Friedrich Hölderlin 1805 ·Hälfte des Lebens

Im düstern Auge keine Träne, Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne.

Heinrich Heine 1844 ·Die schlesischen Weber

Deutschland, wir weben dein Leichentuch, Wir weben hinein den dreifachen Fluch — Wir weben, wir weben!

Heinrich Heine 1844 ·Die schlesischen Weber

Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, Werd ich nun nicht los.

Johann Wolfgang von Goethe 1798 ·Der Zauberlehrling

Ach, ich bin des Treibens müde! Was soll all der Schmerz und Lust? Süßer Friede, Komm, ach komm in meine Brust!

Johann Wolfgang von Goethe 1776 ·Wandrers Nachtlied

Erreicht den Hof mit Müh und Not; In seinen Armen das Kind war tot.

Johann Wolfgang von Goethe 1782 ·Erlkönig

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind.

Johann Wolfgang von Goethe 1782 ·Erlkönig

Wohl ist es Herbst; doch warte nur, Doch warte nur ein Weilchen! Der Frühling kommt, der Himmel lacht, Es steht die Welt in Veilchen.

Theodor Storm 1848 ·Oktoberlied

Und geht es draußen noch so toll, Unchristlich oder christlich, Ist doch die Welt, die schöne Welt So gänzlich unverwüstlich!

Theodor Storm 1848 ·Oktoberlied

Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai Kein Vogel ohn' Unterlaß; Die Wandergans mit hartem Schrei Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei, Am Strande weht das Gras.

Theodor Storm 1851 ·Die Stadt

Am grauen Strand, am grauen Meer Und seitab liegt die Stadt; Der Nebel drückt die Dächer schwer, Und durch die Stille braust das Meer Eintönig um die Stadt.

Theodor Storm 1851 ·Die Stadt

Voran, voran, nur immer im Lauf, Voran, als woll es ihn holen; Vor seinem Fuße brodelt es auf, Es pfeift ihm unter den Sohlen

Annette von Droste-Hülshoff 1842 ·Der Knabe im Moor

Fest hält die Fibel das zitternde Kind Und rennt, als ob man es jage; Hohl über die Fläche sauset der Wind – Was raschelt drüben am Hage?

Annette von Droste-Hülshoff 1842 ·Der Knabe im Moor

Da steht im Wald geschrieben, Ein stilles, ernstes Wort Von rechtem Tun und Lieben, Und was des Menschen Hort.

Joseph von Eichendorff 1810 ·Abschied

Und ich mag mich nicht bewahren! Weit von euch treibt mich der Wind, Auf dem Strome will ich fahren, Von dem Glanze selig blind!

Joseph von Eichendorff 1815 ·Frische Fahrt

Wo die Mädchen am Fenster lauschen, Wann der Lauten Klang erwacht, Und die Brunnen verschlafen rauschen In der prächtigen Sommernacht.

Joseph von Eichendorff 1834 ·Sehnsucht

Du kennst mich wohl – von hohem Stein, Schaut still mein Schloß tief in den Rhein. Es ist schon spät, es wird schon kalt, Kommst nimmermehr aus diesem Wald!

Joseph von Eichendorff 1815 ·Waldgespräch