Existenz
Endlichkeit, Angst, Freiheit, Sinn — das Nachdenken über das eigene Dasein. Kierkegaards Paradox des Glaubens, Dantes dunkler Wald, Büchners Abgrund im Menschen, Kleists verriegeltes Paradies, Pascals Unfähigkeit, ruhig in einem Zimmer zu bleiben.
39 Zitate
Zitate
Mithin müßten wir wieder von dem Baum der Erkenntnis essen, um in den Stand der Unschuld zurückzufallen? — Allerdings; das ist das letzte Kapitel von der Geschichte der Welt.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe und hinter tausend Stäben keine Welt.
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Die Mauern stehn Sprachlos und kalt, im Winde Klirren die Fahnen.
Weh mir, wo nehm ich, wenn Es Winter ist, die Blumen, und wo Den Sonnenschein, Und Schatten der Erde?
Ach, ich bin des Treibens müde! Was soll all der Schmerz und Lust? Süßer Friede, Komm, ach komm in meine Brust!
Erreicht den Hof mit Müh und Not; In seinen Armen das Kind war tot.
Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind.
Puppen sind wir, von unbekannten Gewalten am Draht gezogen; nichts, nichts wir selbst, — die Schwerter, mit denen Geister kämpfen!
Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt?
Jeder Mensch ist ein Abgrund; es schwindelt einem, wenn man hinabsieht.
Immer enger, leise, leise ziehen sich die Lebenskreise, schwindet hin, was prahlt und prunkt, schwindet Hoffen, Hassen, Lieben, und ist nichts in Sicht geblieben als der letzte dunkle Punkt.
Die Wahrheit ist, daß mir auf Erden nicht zu helfen war.
Nun, o Unsterblichkeit, bist du ganz mein!
Das Paradies ist verriegelt und der Cherub hinter uns; wir müssen die Reise um die Welt machen, und sehen, ob es vielleicht von hinten irgendwo wieder offen ist.
Ein freier Mensch denkt an nichts weniger als an den Tod, und seine Weisheit ist nicht eine Betrachtung des Todes, sondern des Lebens.
Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel.
Wo Kinder sind, da ist ein goldnes Zeitalter.
Wir suchen überall das Unbedingte, und finden immer nur Dinge.
Nach innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns, oder nirgends, ist die Ewigkeit mit ihren Welten, die Vergangenheit und Zukunft.
Tausend Dinge schreiten voran, neunhundertneunundneunzig weichen zurück: das ist der Fortschritt.
Jede Landschaft ist ein Zustand der Seele.
In einem kühlen Grunde Da geht ein Mühlenrad, Meine Liebste ist verschwunden, Die dort gewohnet hat.
Es schienen so golden die Sterne, Am Fenster ich einsam stand Und hörte aus weiter Ferne Ein Posthorn im stillen Land.
Und meine Seele spannte Weit ihre Flügel aus, Flog durch die stillen Lande, Als flöge sie nach Haus.
Wer heute fällt, kann morgen wieder aufstehen.
Die Jahre lehren vieles, was die Tage nie wissen.
Du wirst erfahren, wie salzig das Brot der anderen schmeckt, und wie hart der Weg ist, auf fremden Treppen hinab- und hinaufzusteigen.
Und von dort traten wir heraus, die Sterne wiederzusehen.
Lasst alle Hoffnung fahren, die ihr eintretet.
Auf halbem Weg des Lebens, das wir leben, fand ich mich wieder in dunklem Wald verirrt, weil mir der rechte Pfad verloren war.
Wir leben niemals, sondern wir hoffen zu leben.
Das ganze Unglück der Menschen rührt von einer einzigen Sache her: dass sie nicht ruhig in einem Zimmer zu bleiben wissen.
Glauben heißt, gerade das Paradox annehmen, das die Existenz ist.
Ein Dichter ist ein unglücklicher Mensch, der ein tiefes Leid in sich trägt, und dessen Lippen so geformt sind, daß die Seufzer als schöne Musik herauskommen.
Heirate, und du wirst es bereuen; heirate nicht, und du wirst es auch bereuen.
Bald wirst du alles vergessen haben; bald werden alle dich vergessen haben.
Dass ich existiere, ist eine fortwährende Überraschung, die das Leben ist.
Das Leben kann nur rückwärts verstanden, muss aber vorwärts gelebt werden.