Deutschland

Bundesrepublik Deutschland. Im Korpus ist damit überwiegend das Deutschland vor der Reichsgründung von 1871 gemeint — ein Flickwerk von Fürstentümern und Freien Städten. Die Ortsachse zeigt es: Weimar, Göttingen, Düsseldorf, Wolfenbüttel, Husum, Neuruppin, Burg Hülshoff.

151 Zitate · country

Untergliederung

Zitate

Das Leben der Vornehmen ist ein langer Sonntag: sie wohnen in schönen Häusern, sie tragen zierliche Kleider, sie haben feiste Gesichter und reden eine eigne Sprache; das Volk aber liegt vor ihnen wie Dünger auf dem Acker.

Georg Büchner 1834 ·Der Hessische Landbote

In Ordnung leben heißt hungern und geschunden werden.

Georg Büchner 1834 ·Der Hessische Landbote

Ich scheide nun ab. Legt mir eine Birne mit ins Grab.

Theodor Fontane 1889 ·Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, Ein Birnbaum in seinem Garten stand.

Theodor Fontane 1889 ·Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Mithin müßten wir wieder von dem Baum der Erkenntnis essen, um in den Stand der Unschuld zurückzufallen? — Allerdings; das ist das letzte Kapitel von der Geschichte der Welt.

Heinrich von Kleist 1810 ·Über das Marionettentheater

Ich sei, gewährt mir die Bitte, In eurem Bunde der dritte.

Friedrich Schiller 1799 ·Die Bürgschaft

Und die Treue, sie ist doch kein leerer Wahn.

Friedrich Schiller 1799 ·Die Bürgschaft

Den Dank, Dame, begehr ich nicht.

Friedrich Schiller 1797 ·Der Handschuh

Es ist so still; die Heide liegt Im warmen Mittagssonnenstrahle.

Theodor Storm 1888 ·Abseits

Kein Klang der aufgeregten Zeit Drang noch in diese Einsamkeit.

Theodor Storm 1888 ·Abseits

Die Mauern stehn Sprachlos und kalt, im Winde Klirren die Fahnen.

Friedrich Hölderlin 1805 ·Hälfte des Lebens

Weh mir, wo nehm ich, wenn Es Winter ist, die Blumen, und wo Den Sonnenschein, Und Schatten der Erde?

Friedrich Hölderlin 1805 ·Hälfte des Lebens

Im düstern Auge keine Träne, Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne.

Heinrich Heine 1844 ·Die schlesischen Weber

Deutschland, wir weben dein Leichentuch, Wir weben hinein den dreifachen Fluch — Wir weben, wir weben!

Heinrich Heine 1844 ·Die schlesischen Weber

Herr, die Not ist groß! Die ich rief, die Geister, Werd ich nun nicht los.

Johann Wolfgang von Goethe 1798 ·Der Zauberlehrling

Ach, ich bin des Treibens müde! Was soll all der Schmerz und Lust? Süßer Friede, Komm, ach komm in meine Brust!

Johann Wolfgang von Goethe 1776 ·Wandrers Nachtlied

Erreicht den Hof mit Müh und Not; In seinen Armen das Kind war tot.

Johann Wolfgang von Goethe 1782 ·Erlkönig

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind.

Johann Wolfgang von Goethe 1782 ·Erlkönig

Wohl ist es Herbst; doch warte nur, Doch warte nur ein Weilchen! Der Frühling kommt, der Himmel lacht, Es steht die Welt in Veilchen.

Theodor Storm 1848 ·Oktoberlied

Und geht es draußen noch so toll, Unchristlich oder christlich, Ist doch die Welt, die schöne Welt So gänzlich unverwüstlich!

Theodor Storm 1848 ·Oktoberlied

Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai Kein Vogel ohn' Unterlaß; Die Wandergans mit hartem Schrei Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei, Am Strande weht das Gras.

Theodor Storm 1851 ·Die Stadt

Am grauen Strand, am grauen Meer Und seitab liegt die Stadt; Der Nebel drückt die Dächer schwer, Und durch die Stille braust das Meer Eintönig um die Stadt.

Theodor Storm 1851 ·Die Stadt

Voran, voran, nur immer im Lauf, Voran, als woll es ihn holen; Vor seinem Fuße brodelt es auf, Es pfeift ihm unter den Sohlen

Annette von Droste-Hülshoff 1842 ·Der Knabe im Moor

Fest hält die Fibel das zitternde Kind Und rennt, als ob man es jage; Hohl über die Fläche sauset der Wind – Was raschelt drüben am Hage?

Annette von Droste-Hülshoff 1842 ·Der Knabe im Moor

Da steht im Wald geschrieben, Ein stilles, ernstes Wort Von rechtem Tun und Lieben, Und was des Menschen Hort.

Joseph von Eichendorff 1810 ·Abschied

Und ich mag mich nicht bewahren! Weit von euch treibt mich der Wind, Auf dem Strome will ich fahren, Von dem Glanze selig blind!

Joseph von Eichendorff 1815 ·Frische Fahrt

Wo die Mädchen am Fenster lauschen, Wann der Lauten Klang erwacht, Und die Brunnen verschlafen rauschen In der prächtigen Sommernacht.

Joseph von Eichendorff 1834 ·Sehnsucht

Du kennst mich wohl – von hohem Stein, Schaut still mein Schloß tief in den Rhein. Es ist schon spät, es wird schon kalt, Kommst nimmermehr aus diesem Wald!

Joseph von Eichendorff 1815 ·Waldgespräch

So reich geschmückt ist Roß und Weib, So wunderschön der junge Leib, Jetzt kenn ich dich – Gott steh mir bei! Du bist die Hexe Loreley.

Joseph von Eichendorff 1815 ·Waldgespräch

Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden.

Wilhelm Busch 1882 ·Der Maulwurf

Das Gute — dieser Satz steht fest — ist stets das Böse, was man läßt.

Wilhelm Busch 1872 ·Die fromme Helene

Es ist ein Brauch von alters her: Wer Sorgen hat, hat auch Likör.

Wilhelm Busch 1872 ·Die fromme Helene

Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr.

Wilhelm Busch 1877 ·Julchen

Puppen sind wir, von unbekannten Gewalten am Draht gezogen; nichts, nichts wir selbst, — die Schwerter, mit denen Geister kämpfen!

Georg Büchner 1835 ·Dantons Tod

Was ist das, was in uns lügt, mordet, stiehlt?

Georg Büchner 1835 ·Dantons Tod

Jeder Mensch ist ein Abgrund; es schwindelt einem, wenn man hinabsieht.

Georg Büchner 1837 ·Woyzeck

Friede den Hütten! Krieg den Palästen!

Georg Büchner 1834 ·Der Hessische Landbote

Immer enger, leise, leise ziehen sich die Lebenskreise, schwindet hin, was prahlt und prunkt, schwindet Hoffen, Hassen, Lieben, und ist nichts in Sicht geblieben als der letzte dunkle Punkt.

Theodor Fontane 1889 ·Ausgang

Alles Alte, soweit es Anspruch darauf hat, sollen wir lieben, aber für das Neue sollen wir recht eigentlich leben.

Theodor Fontane 1898 ·Der Stechlin

Das ist ein weites Feld.

Theodor Fontane 1895 ·Effi Briest

Die Wahrheit ist, daß mir auf Erden nicht zu helfen war.

Heinrich von Kleist 1811 ·Abschiedsbrief an Marie von Kleist

Nun, o Unsterblichkeit, bist du ganz mein!

Heinrich von Kleist 1821 ·Prinz Friedrich von Homburg

Küsse, Bisse, das reimt sich, und wer recht von Herzen liebt, kann das eine für das andere greifen.

Heinrich von Kleist 1808 ·Penthesilea

Das Paradies ist verriegelt und der Cherub hinter uns; wir müssen die Reise um die Welt machen, und sehen, ob es vielleicht von hinten irgendwo wieder offen ist.

Heinrich von Kleist 1810 ·Über das Marionettentheater

Tue das Gute vor dich hin und bekümmere dich nicht, was daraus wird.

Matthias Claudius 1799 ·An meinen Sohn Johannes

Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel.

Matthias Claudius 1779 ·Abendlied

Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn.

Matthias Claudius 1779 ·Abendlied

Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar.

Matthias Claudius 1779 ·Abendlied

Wo Kinder sind, da ist ein goldnes Zeitalter.

Novalis 1798 ·Blüthenstaub

Die Philosophie ist eigentlich Heimweh — Trieb, überall zu Hause zu sein.

Novalis 1799 ·Das allgemeine Brouillon

Wir suchen überall das Unbedingte, und finden immer nur Dinge.

Novalis 1798 ·Blüthenstaub

Nach innen geht der geheimnisvolle Weg. In uns, oder nirgends, ist die Ewigkeit mit ihren Welten, die Vergangenheit und Zukunft.

Novalis 1798 ·Blüthenstaub

Wer hat dich, du schöner Wald, Aufgebaut so hoch da droben? Wohl den Meister will ich loben, Solang noch mein' Stimm' erschallt.

Joseph von Eichendorff 1810 ·Der Jäger Abschied

Laue Luft kommt blau geflossen, Frühling, Frühling soll es sein! Waldwärts Hörnerklang geschossen, Mut'ger Augen lichter Schein;

Joseph von Eichendorff 1815 ·Frische Fahrt

Es ist schon spät, es wird schon kalt, Was reitst du einsam durch den Wald? Der Wald ist lang, du bist allein, Du schöne Braut! Ich führ dich heim!

Joseph von Eichendorff 1815 ·Waldgespräch

Komm, Trost der Welt, du stille Nacht! Wie steigst du von den Bergen sacht, Die Lüfte alle schlafen, Ein Schiffer nur noch, wandermüd, Singt übers Meer sein Abendlied Zu Gottes Lob im Hafen.

Joseph von Eichendorff 1837 ·Der Einsiedler

Aus der Heimat hinter den Blitzen rot Da kommen die Wolken her, Aber Vater und Mutter sind lange tot, Es kennt mich dort keiner mehr.

Joseph von Eichendorff 1837 ·In der Fremde

O Täler weit, o Höhen, O schöner, grüner Wald, Du meiner Lust und Wehen Andächtger Aufenthalt!

Joseph von Eichendorff 1810 ·Abschied

In einem kühlen Grunde Da geht ein Mühlenrad, Meine Liebste ist verschwunden, Die dort gewohnet hat.

Joseph von Eichendorff 1813 ·Das zerbrochene Ringlein

Es schienen so golden die Sterne, Am Fenster ich einsam stand Und hörte aus weiter Ferne Ein Posthorn im stillen Land.

Joseph von Eichendorff 1834 ·Sehnsucht

Und meine Seele spannte Weit ihre Flügel aus, Flog durch die stillen Lande, Als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff 1837 ·Mondnacht

Das Volk versteht das meiste falsch; aber es fühlt das meiste richtig.

Kurt Tucholsky 1931 ·Die Weltbühne

Wer nichts als Chemie versteht, versteht auch die nicht recht.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Sehr viele und vielleicht die meisten Menschen müssen, um etwas zu finden, erst wissen, daß es da ist.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Ein sicheres Zeichen von einem guten Buch ist, wenn es einem immer besser gefällt je älter man wird.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Der gewöhnliche Kopf ist immer der herrschenden Meinung und der herrschenden Mode konform.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Nichts setzt dem Fortgang der Wissenschaft mehr Hindernis entgegen, als wenn man zu wissen glaubt, was man noch nicht weiß.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Man muß etwas Neues machen, um etwas Neues zu sehen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Das viele Lesen hat uns eine gelehrte Barbarei zugezogen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Wo Mäßigung ein Fehler ist, da ist Gleichgültigkeit ein Verbrechen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu sengen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Die Arbeit ist die erste Grundbedingung allen menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, dass wir in gewissem Sinn sagen müssen: Sie hat den Menschen selbst geschaffen.

Friedrich Engels 1876 ·Anteil der Arbeit an der Menschwerdung des Affen

Die Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit.

Friedrich Engels 1878 ·Anti-Dühring

Der Staat wird nicht „abgeschafft", er stirbt ab.

Friedrich Engels 1878 ·Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft (Anti-Dühring)

Wem Gott will rechte Gunst erweisen, Den schickt er in die weite Welt.

Joseph von Eichendorff 1826 ·Aus dem Leben eines Taugenichts (Der frohe Wandersmann)

Es war, als hätt der Himmel Die Erde still geküßt, Daß sie im Blütenschimmer Von ihm nur träumen müßt.

Joseph von Eichendorff 1837 ·Mondnacht

Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst du nur das Zauberwort.

Joseph von Eichendorff 1835 ·Wünschelrute

Der Nebel steigt, es fällt das Laub; Schenk ein den Wein, den holden!

Theodor Storm 1848 ·Oktoberlied

Doch hängt mein ganzes Herz an dir, Du graue Stadt am Meer; Der Jugend Zauber für und für Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir, Du graue Stadt am Meer.

Theodor Storm 1851 ·Die Stadt

Komm, wir gehen für unser Volk.

Edith Stein 1942 ·Mündlich überliefert, Echt (Niederlande), 2. August 1942

Einfühlung ist die Erfahrung fremden Erlebens überhaupt.

Edith Stein 1917 ·Zum Problem der Einfühlung

Wer die Wahrheit sucht, der sucht Gott, ob es ihm klar ist oder nicht.

Edith Stein 1950 ·Endliches und ewiges Sein

Ordnung herrscht in Berlin! Ihr stumpfen Schergen! Eure „Ordnung" ist auf Sand gebaut. Die Revolution wird sich morgen schon wieder „rasselnd in die Höh' richten."

Rosa Luxemburg 1919 ·Die Rote Fahne

Bürgerliche Gesellschaft steht vor dem Dilemma: entweder Übergang zum Sozialismus, oder Rückfall in die Barbarei.

Rosa Luxemburg 1916 ·Die Krise der Sozialdemokratie (Junius-Broschüre)

Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.

Rosa Luxemburg 1918 ·Die Russische Revolution

Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volks.

Karl Marx 1844 ·Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung

Ein Gespenst geht um in Europa — das Gespenst des Kommunismus.

Karl Marx 1848 ·Manifest der Kommunistischen Partei

Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt darauf an, sie zu verändern.

Karl Marx 1845 ·Thesen über Feuerbach

Jedes Volk hat seinen Schwerpunkt in sich selbst, wie jede Kugel ihren Schwerpunkt.

Johann Gottfried Herder 1774 ·Auch eine Philosophie der Geschichte

Der Mensch ist das erste Freigelaßne der Schöpfung.

Johann Gottfried Herder 1784 ·Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit

Ohne Sprache hat der Mensch keine Vernunft, und ohne Vernunft keine Sprache.

Johann Gottfried Herder 1772 ·Abhandlung über den Ursprung der Sprache

Ein einz'ger dankbarer Gedanke gen Himmel ist das vollkommenste Gebet.

Gotthold Ephraim Lessing 1767 ·Minna von Barnhelm

Es eifre jeder seiner unbestochnen, Von Vorurteilen freien Liebe nach!

Gotthold Ephraim Lessing 1779 ·Nathan der Weise

Kein Mensch muß müssen.

Gotthold Ephraim Lessing 1779 ·Nathan der Weise

Deine Seele, die die meine liebet, Ist verwirkt mit ihr im Teppichtibet.

Else Lasker-Schüler 1910 ·Ein alter Tibetteppich

Ich will in das Grenzenlose zu mir zurück.

Else Lasker-Schüler 1902 ·Weltflucht

Ich habe zu Hause ein blaues Klavier und kenne doch keine Note.

Else Lasker-Schüler 1943 ·Mein blaues Klavier

Nichts kann dem Menschen so nahe sein wie Gott. Gott ist mir näher als ich mir selbst.

Meister Eckhart 1305 ·Predigt 10 (In diebus suis)

Wer Gott für ein Ding sucht oder mit einem Ding, der sucht Gott nicht.

Meister Eckhart 1305 ·Predigten (Quint)

Das Auge, in dem ich Gott sehe, ist dasselbe Auge, in dem Gott mich sieht.

Meister Eckhart 1305 ·Predigt 12 (Qui audit me)

Wo eine Kette von Begebenheiten vor uns erscheint, da sieht er eine einzige Katastrophe, die unablässig Trümmer auf Trümmer häuft und sie ihm vor die Füße schleudert.

Walter Benjamin 1940 ·Über den Begriff der Geschichte

Die Geschichte ist Gegenstand einer Konstruktion, deren Ort nicht die homogene und leere Zeit sondern die von Jetztzeit erfüllte bildet.

Walter Benjamin 1940 ·Über den Begriff der Geschichte

Es ist niemals ein Dokument der Kultur, ohne zugleich ein solches der Barbarei zu sein.

Walter Benjamin 1940 ·Über den Begriff der Geschichte

Denn der Mensch ist die kleinere Welt.

Hildegard von Bingen 1173 ·Liber divinorum operum

O edelste Lebensgrünkraft, die du in der Sonne wurzelst.

Hildegard von Bingen 1170 ·Symphonia armonie celestium revelationum

So pendelt das Leben gleich einem Pendel hin und her zwischen dem Schmerze und der Langeweile.

Arthur Schopenhauer 1819 ·Die Welt als Wille und Vorstellung

Der Mensch kann tun was er will; er kann aber nicht wollen was er will.

Arthur Schopenhauer 1839 ·Über die Freiheit des menschlichen Willens

Jeder hält die Grenzen seines eigenen Gesichtsfeldes für die Grenzen der Welt.

Arthur Schopenhauer 1851 ·Parerga und Paralipomena

Die Welt ist meine Vorstellung.

Arthur Schopenhauer 1819 ·Die Welt als Wille und Vorstellung

Ein Meisterstück der Schöpfung ist der Mensch auch schon deswegen, daß er bei allem Determinismus glaubt er agiere als freies Wesen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird wenn es anders wird; aber so viel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel heraussehen.

Georg Christoph Lichtenberg 1775 ·Sudelbücher

Wer das Tiefste gedacht, liebt das Lebendigste.

Friedrich Hölderlin 1799 ·Sokrates und Alcibiades

Voll Verdienst, doch dichterisch wohnet Der Mensch auf dieser Erde.

Friedrich Hölderlin 1823 ·In lieblicher Bläue

Was bleibet aber, stiften die Dichter.

Friedrich Hölderlin 1803 ·Andenken

Wo aber Gefahr ist, wächst Das Rettende auch.

Friedrich Hölderlin 1803 ·Patmos

Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet.

Friedrich Schiller 1799 ·Das Lied von der Glocke

Früh übt sich, was ein Meister werden will.

Friedrich Schiller 1804 ·Wilhelm Tell

Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbar nicht gefällt.

Friedrich Schiller 1804 ·Wilhelm Tell

Ernst ist das Leben, heiter ist die Kunst.

Friedrich Schiller 1798 ·Prolog zu Wallensteins Lager

Die Würde des Menschen ist in eure Hand gegeben, Bewahret sie! Sie sinkt mit euch! Mit euch wird sie sich heben!

Friedrich Schiller 1789 ·Die Künstler

Es gibt keine Tatsachen, nur Interpretationen.

Friedrich Nietzsche 1886 ·Nachgelassene Fragmente

Die Schlange, die sich nicht häuten kann, geht zugrunde. Ebenso die Geister, welche man verhindert, ihre Meinungen zu wechseln.

Friedrich Nietzsche 1881 ·Morgenröte

Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.

Friedrich Nietzsche 1886 ·Jenseits von Gut und Böse

Wer Wissenschaft und Kunst besitzt, hat auch Religion.

Johann Wolfgang von Goethe 1827 ·Zahme Xenien IX

Edel sei der Mensch, Hülfreich und gut!

Johann Wolfgang von Goethe 1783 ·Das Göttliche

Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!

Johann Wolfgang von Goethe 1808 ·Faust. Eine Tragödie

Grau, teurer Freund, ist alle Theorie Und grün des Lebens goldner Baum.

Johann Wolfgang von Goethe 1808 ·Faust. Eine Tragödie

Es irrt der Mensch, solang er strebt.

Johann Wolfgang von Goethe 1808 ·Faust. Eine Tragödie

Gott wird mir verzeihen, das ist sein Beruf.

Heinrich Heine 1856 ·Letzte Worte

Der Gedanke geht der Tat voraus wie der Blitz dem Donner.

Heinrich Heine 1834 ·Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland

Düfte sind die Gefühle der Blumen.

Heinrich Heine 1826 ·Die Harzreise

Denk ich an Deutschland in der Nacht, dann bin ich um den Schlaf gebracht.

Heinrich Heine 1843 ·Nachtgedanken

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, Daß ich so traurig bin; Ein Mährchen aus alten Zeiten, Das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Heinrich Heine 1827 ·Buch der Lieder

Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher Verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.

Heinrich Heine 1823 ·Almansor

Hat man sein warum? des Lebens, so verträgt man sich fast mit jedem wie?

Friedrich Nietzsche 1889 ·Götzen-Dämmerung

Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.

Friedrich Nietzsche 1883 ·Also sprach Zarathustra

Wer sich tief weiss, bemüht sich um Klarheit; wer der Menge tief scheinen möchte, bemüht sich um Dunkelheit.

Friedrich Nietzsche 1882 ·Die fröhliche Wissenschaft

Gedanken sind die Schatten unserer Empfindungen - immer dunkler, leerer, einfacher als diese.

Friedrich Nietzsche 1882 ·Die fröhliche Wissenschaft

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.

Friedrich Nietzsche 1889 ·Götzen-Dämmerung

Was mich nicht umbringt, macht mich stärker.

Friedrich Nietzsche 1889 ·Götzen-Dämmerung

Schulreform ohne Gesellschaftsreform ist ein Unding.

Kurt Tucholsky 1931 ·Die Weltbühne

Denn nichts ist schwerer und nichts erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein.

Kurt Tucholsky 1931 ·Die Weltbühne

Die menschliche Dummheit ist international.

Kurt Tucholsky 1931 ·Die Weltbühne

Soldaten sind Mörder.

Kurt Tucholsky 1931 ·Die Weltbühne

So großes Kleinod, einmal sein statt gelten!

Annette von Droste-Hülshoff 1844 ·An ***

Wo man am meisten fühlt, weiß man nicht viel zu sagen.

Annette von Droste-Hülshoff 1860 ·An meine Mutter

Wär ich ein Mann doch mindestens nur, so würde der Himmel mir raten;

Annette von Droste-Hülshoff 1842 ·Am Thurme

O, schaurig ist's, übers Moor zu gehn

Annette von Droste-Hülshoff 1842 ·Der Knabe im Moor

Ach, alles trägt man leicht, ist man nur jung, Nur jung noch und gesund!

Annette von Droste-Hülshoff 1844 ·Nach fünfzehn Jahren

Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen.

Johann Wolfgang von Goethe 1808 ·Faust. Eine Tragödie